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25. März 2010

Werkstattgespräch zur zukünftigen Entwicklung ländlicher Räume

Gesundheitliche Versorgung und Altenhilfe


Die SPD-Landtagsfraktion führte am 25. März 2010 ihr achtes Werkstattgespräch zur zukünftigen Entwicklung ländlicher Räume unter der Thematik "Gesundheitliche Versorgung und Altenhilfe" durch.
Neben Vertretern von Verbänden und Vereinen, der Landkreise und Kommunen waren als Diskussionsteilnehmer eingeladen: Herr Wenger (Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt), Herr Deh (AOK Sachsen-Anhalt) sowie Frau Dr. Kornemann-Weber (LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt e.V.).


Die Anzahl der Hausärzte in Sachsen-Anhalt hat sich von 1997 (1.716) bis 2010 (1.440) um 284 Ärzte verringert. Bereinigt um die geringere Anzahl der Einwohner bedeutet dies einen Rückgang um ca. 15 Prozent.
Zu verzeichnen ist, dass die Bevölkerung aufgrund des Geburtendefizits in diesem Zeitraum ebenfalls gealtert ist. Ältere Menschen haben nicht selten mehrere Erkrankungen, wodurch die erforderlichen medizinischen Versorgungsleistungen steigen.
Insbesondere im Umland der Zentralen Orte ist die Anzahl der Hausärzte zurückgegangen und wird auch weiter zurückgehen. Fachärzte sind so gut wie nur in größeren Zentralen Orten zu finden.

Gründe für den Rückgang der Hausärzte sind insbesondere folgende Aspekte:

- die Vergütung liegt ca. bei 95 Prozent gegenüber den alten Bundesländern,

- die Belastung ist ca. 20 — 30 Prozent höher als in den alten Bundesländern,

- den zunehmenden Aufwand für nichtärztliche Tätigkeiten,

- den Standortnachteilen insbesondere bei weichen Standortfaktoren,

- das erforderliche Absolvieren mehrerer Weiterbildungsabschnitte.


Dem Rückgang an Allgemeinmedizinern wird durch ein Maßnahmeplan begegnet. Dieser beinhaltet zum Beispiel:

• die Nachwuchsförderung,

• eine Stiftungsprofessur für Allgemeinmedizin,

• die Einführung von Stipendien für Medizinstudenten,

• die Unterstützung der Praxisbörse,

• die Einrichtung von Filialpraxen,

• die mobile Praxisassistentin.

Zu beobachten ist des Weiteren eine Feminisierung der Medizin. Hier müssen Antworten hinsichtlich der Vereinbarkeit von Familienplanung und Karriere gefunden werden.


Von ausschlaggebender Bedeutung für die Zukunft ist die Aufrechterhaltung der solidarischen Finanzierung der Krankenkassen. Diese muss sowohl über die einzelnen Bundesländer hinweg als auch zwischen den Krankenkassen durch den Risikostrukturausgleich erhalten bleiben.


Download (pdf):

Ablaufplan

Situation der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum (ca. 520 KB)
Martin Wenger, Hauptgeschäftsführer der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt

Gesundheitliche Versorgung mit Blick auf eine älter werdende Bevölkerung — Perspektiven für Sachsen-Anhalt (ca. 580 KB)
Uwe Deh, AOK Sachsen-Anahlt


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