Berufsschulnetzplanung: Großes Interesse und lebhafte Debatten beim Fachgespräch der SPD-Landtagsfraktion

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Blick in den Veranstaltungsraum
Blick in den Veranstaltungsraum

Mehrmals mussten zusätzliche Stühle in den prall gefüllten Veranstaltungsraum bei der SPD-Landtagsfraktion geholt werden, so groß war am 28. Juni 2018 das Interesse an dem Fachgespräch zur künftigen Berufsschulnetzplanung. Insbesondere Berufsschulleiter, Vertreterinnen und Vertreter von Kammern und Verbänden sowie Gewerkschafter waren am ersten Ferientag in den Landtag gekommen – eine Woche, nachdem dort in einer Aktuellen Debatte auf Antrag der SPD über die Pläne des Bildungsministeriums diskutiert worden war.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Katja Pähle (re)
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Katja Pähle (re)

Fraktionsvorsitzende Katja Pähle erinnerte zum Auftakt daran, dass schon im Koalitionsvertrag von CDU und SPD als Ziel vereinbart worden war, dass es weniger pendelnde Azubis in Sachsen-Anhalt geben solle, "und die, die pendeln müssen, sollen finanziell entlastet werden, Stichwort: Azubi-Ticket." Staatssekretärin Eva Feußner (CDU) begründete den vom Bildungsministerium vorgelegten Erlass und das zugrunde liegende Konzept vor allem mit der Notwendigkeit, für alle Fächer qualitativ hochwertigen Berufsschulunterricht anzubieten und dafür Fachklassen zu schaffen – ein Argument, das in der anschließenden Diskussion auch von Vertretern der Berufsschulen und von Steffen Plewe von der GEW geteilt wurde.

Streitig blieb die Einbeziehung der Kammern und der Wirtschaft in das Konzept. Simone Danek, bei der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau die zuständige Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung, unterstrich, dass ihre Kammer entgegen anderslautenden Darstellungen auch nicht auf Arbeitsebene in die Erstellung des Konzepts einbezogen worden war. Sie machte deutlich, wie wichtig machbare Wege zum ausbildenden Betrieb und zur Berufsschule für die Berufswahl junger Leute seien. Das war auch die Position von Lou Anton Dormann, Jugendbildungsreferent des DGB Halle-Dessau, und anderen Gewerkschaftern.

Durch die ganze Veranstaltung zog sich übergreifend die Kritik an der bisherigen Erstattung von Fahrtkosten und Internatsunterbringung für Auszubildende. "Völlig unzureichend" seien die 200.000 Euro jährlich im Haushalt des Bildungsministeriums, so lautete unisono die Bewertung durch Unternehmer, Schulleiter, Kammer- und Gewerkschaftsvertreter. Deswegen ging auch ein Raunen durch den Saal, als der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Andreas Steppuhn, in seinem abschließenden Beitrag berichtete, dass in der neuen Beschlussvorlage für die Landesregierung zum Thema Azubi-Ticket die Feststellung enthalten sei, dass der Haushaltsansatz schon zum kommenden Jahr auf drei Millionen Euro jährlich erhöht werden müsse. Steppuhn: "Das ist noch nicht das Azubi-Ticket, aber ein Schritt in die richtige Richtung."

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