19.03.2015

Equal Pay Day

Budde/Reinecke: Gesetzgeberische Schritte für Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt – Es wird Zeit für ein Entgeltgleichheitsgesetz


Der Equal Pay Day ist ein Aktionstag, der auf die Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern aufmerksam machen will und deren Ursachen benennt. Aktuell beträgt der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied in Deutschland laut Statistischem Bundesamt 22 Prozent. Damit fällt der Equal Pay Day in diesem Jahr auf den 20. März. Er symbolisiert damit den Tag, ab dem Frauen genauso viel Geld verdient haben, wie Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres.

"Das ist Jahr für Jahr ein trauriger Befund", sagt Katrin Budde, SPD-Landesvorsitzende und Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion. "Die Gleichberechtigung von Frauen im Erwerbsleben ist nach wie vor eine ferne Vision. Die entscheidende Größe ist die zwischen Daumen und Zeigefinger. Da ist das Bild eindeutig. Frauen werden auch in gleichen Jobs in Schnitt schlechter bezahlt." Dabei ist es ein schlechtes Zeichen, dass der Einkommensunterschied in den neuen Bundesländern seit 2006 kontinuierlich angestiegen ist. "Das ist eine Ost-West-Angleichung in die falsche Richtung."

Budde fordert daher, gesetzgeberische Maßnahmen zu ergreifen. "Es wird Zeit für ein Entgeltgleichheitsgesetz. Es muss gelten: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit. Das ist im 21. Jahrhundert wahrlich nicht zu viel verlangt." Damit unterstützt sie die Forderung des diesjährigen Equal Pay Days und die Initiative von Manuela Schwesig.

Corinna Reinecke, Landesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Sachsen-Anhalt schließt sich dieser Forderung an und weist darauf hin, dass die Bundesrepublik im europäischen Vergleich auf dem drittletzten Platz steht. "In kaum einem anderen europäischen Land ist das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern so groß wie hier", erklärte sie. "Das ist für 'Made in Germany' nicht eben imagefördernd."

Budde und Reinecke weisen zudem darauf hin, dass mehr als 80 % der Teilzeitbeschäftigten und Zweidrittel der Beschäftigten in den sog. Minijobs Frauen sind. "Sie sind daher wesentlich häufiger von Altersarmut betroffen oder vom besser verdienenden Partner abhängig."

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