31.03.2015

Bauhaus-Jubiläum

Budde/Hey: Bauhausjubiläum wird eine der wichtigsten kulturellen europäischen Wegmarken für die nächsten Jahre


Heute trafen sich die Geschäftsführenden Fraktionsvorstände der SPD-Landtagsfraktionen von Sachsen-Anhalt und Thüringen in Weimar. Im Mittelpunkt der Gespräche stand das Bauhausjubiläum 2019, bei dem beide Kernländer im Bauhausverbund eine zentrale Rolle einnehmen werden. Zudem standen die Bund-Länder-Finanzbeziehungen auf der Agenda.

 
I. Bauhausjubiläum 2019

Am 5. November 2012 war der länderübergreifende Bauhaus Verbund 2019 gegründet worden. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die Kernländer Sachsen-Anhalt, der Freistaat Thüringen und das Land Berlin. Zu den Verbundländern gehören Baden-Württemberg und Niedersachsen. Der Vorsitz im Kuratorium wechselt jährlich. 2016 wird ihn der Freistaat Thüringen übernehmen.

Dr. Babette Winter, Staatssekretärin für Europa und Kultur des Freistaates Thüringen, stellte heute den Abgeordneten die aktuellen Planungen vor.

Danach wird im Moment eine tragfähige Corporate Identity für den Bauhaus Verbund 2019 und für die Bauhaus Kooperation Berlin Dessau Weimar entwickelt. Sie soll den Aspekt der Internationalität und die Stärkung der drei Bauhaus-Orte im Fokus haben. Zudem sei eine virtuelle Plattform für das Jubiläum und ein übergreifendes Tourismus-Konzept geplant

Bis zum Jubiläumsjahr und in 2019 selbst werden Weimar, Dessau und Berlin unter besonderer öffentlicher Aufmerksamkeit stehen. So entsteht in allen drei Orten jeweils ein neues Bauhausmuseum. Jedes davon trägt mit einer Ausstellung zwischen 2017 und 2019 zum Jubiläumsjahr bei. Darüber hinaus sind eine Fülle von kulturellen Bildungsprojekten, Veranstaltungen und Ausstellungen geplant.

Ein Highlight ist die Grand Tour: 100 Jahre – 100 Bauten. Sie wird auf das baukulturelle Erbe der Moderne in Deutschland aufmerksam machen, ein Thema das bis heute viel diskutiert ist und  in dessen Tradition das Bauhaus auch heute noch seine Bedeutung entfaltet.

Katrin Budde, Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und SPD-Landesvorsitzende Sachsen-Anhalt, bezeichnete das Bauhausjubiläum als eine der wichtigsten kulturellen europäischen Wegmarken für die nächsten Jahre. "Das Bauhaus hat nach wie vor einen enormen Einfluss auf die Architektur unserer Zeit. Die Meisterhäuser in Dessau erscheinen heute wie eine Vorwegnahme zeitgenössischer Baukunst. Ganze Bauhaussiedlungen wie die Beimssiedlung in Magdeburg sind immer noch beliebte Wohngebiete und Lebensräume.

Die große Strahlkraft des Bauhauses erschließt sich oft mehr aus der internationalen Perspektive mit dem Blick von außen auf Deutschland. Diese Dimension stärker in den Fokus zu rücken, ist sowohl Aufgabe wie große Chance für das Bauhausjubiläum."

Matthias Hey, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion Thüringen, unterstrich die Notwendigkeit eines gemeinsamen Vorgehens bei der Ausrichtung des Bauhaus-Jubiläums. "Das Bauhaus ist kein Gebäude an einem Ort, es ist eine Idee, die viele Orte entstehen lässt. Weimar ist nur einer dieser Orte, wenn auch ein wichtiger. Ich freue mich, dass die Geschäftsstelle für den Bauhaus Verbund 2019 in Thüringen angesiedelt wird. Wir werden die gemeinsame Verantwortung für das Projekt sehr gern wahrnehmen."

 
II. Bund-Länder-Finanzbeziehungen

Die geschäftsführenden Fraktionsvorstände sprachen sich nach dem Auslaufen des Solidarpakts II für eine Nachfolgeregelung aus. "Wir brauchen eine Solidarpakt III, einen echten gesamtdeutschen Solidarpakt, der alle schwachen Regionen in der Bundesrepublik fördert", sagte Katrin Budde. "Anders werden wir auch nach 2019 das gesamtstaatliche Ziel der Angleichung der Lebensverhältnisse in der Bundesrepublik realistisch nicht erreichen."

Matthias Hey warb dafür, drei Jahrzehnte nach der Deutschen Einheit den neuen Solidarpakt nicht mehr nach Himmelsrichtungen auszurichten. "Im Osten wie im Westen gilt, dass es strukturschwache Regionen gibt, die Unterstützung brauchen", erklärte der SPD-Fraktionschef."Daran müssen sich auch die anstehenden Verhandlungen orientieren." Budde und Hey plädierten dafür, mit diesen Mitteln vorrangig die Investitionsquote zu erhöhen. "Das ist aus unserer Sicht ein nachhaltiger Einsatz der Mittel. Heute wird die Investitionsquote zu großen Teilen über EU-Mittel realisiert."

Beide Vorstände sprachen sich zudem für den Erhalt des Solidaritätszuschlages aus. Die Einnahmen soll der Bund bei den Ländern zum Abmildern von Strukturschwächen wie der strukturellen Arbeitslosigkeit oder strukturellen Herausforderungen wie der demografischen Entwicklung eingesetzt werden. Hey und Budde zeigten sich erfreut darüber, dass nun ein Papier der neuen Bundesländer vorliege, das die Forderungen der beiden Länder im Wesentlichen aufgreife. In dieser Angelegenheit müssen die neuen Bundesländer Geschlossenheit zeigen, um hier eine faire Regelung im Sinne aller strukturschwachen Regionen in Deutschland zu finden.

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