30.09.2015

Sicherheit auf Autobahnen

Erben: Mehr tun, damit Verkehrsteilnehmer eine Rettungsgasse bilden


Mit einer Initiative, die Verkehrsteilnehmer über ihre Pflicht zur Bildung von Rettungsgassen aufzuklären, hat sich der Weißenfelser Landtagsabgeordnete und innenpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Rüdiger Erben, jetzt an die Verkehrsminister von Sachsen-Anhalt, Thomas Webel (CDU), und von Sachsen, Martin Dulig (SPD), gewandt.

Stockt der Verkehr auf Autobahnen und Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung, so müssen nach § 11 Absatz 2 der Straßenverkehrsordnung Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen in der Mitte der Richtungsfahrbahn, bei Fahrbahnen mit drei Fahrstreifen für eine Richtung zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen, eine freie Gasse bilden.

Die Praxis zeige, dass zahlreiche Verkehrsteilnehmer über die Pflicht zur Bildung einer Rettungsgasse weder allgemein noch im Detail informiert sind. Deshalb seien Aufklärungskampagnen unabdingbar, sagte Erben. Auch ADAC und Hilfsorganisationen haben diesbezüglich in Sachsen-Anhalt Initiativen gestartet.

Erben bringt nun eine neue Idee für eine stärkere Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer in die Diskussion. Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaften im Jahr 2006 wurden im Raum Halle- Leipzig auf den Autobahnen A 9, A 14 und A 38 sogenannte dynamische Wegweiser mit integrierten Stauinformationen errichtet, die von der Autobahnmeisterei Peißen aus gesteuert werden. Meist werden die Anzeigen nicht genutzt.

Erben wandte sich mit der Bitte an die beiden Verkehrsminister, dass diese die technischen und rechtlichen Möglichkeiten prüfen, die meist ungenutzten Tafeln für Rettungsgassen-Hinweise zu nutzen.

Erben: "Damit schnelle Hilfe von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Polizei rechtzeitig ankommen und Abschlepp- und Bergungsfahrzeuge Autobahnen zügig freiräumen können, müssen Rettungsgassen frei gehalten werden. Die Retter beklagen zunehmend, dass viele Autofahrer anscheinend vergessen haben, wie man sich richtig verhält. Oft weichen sie erst zur Seite, wenn der Rettungswagen unmittelbar hinter ihnen in Sicht ist. Sind die Autos einmal dicht gestaut, kommt es immer wieder zu Verzögerungen, bis der Weg für die Retter frei ist. Dabei kann jede Sekunde Menschenleben kosten. Aufklärung tut deshalb Not. Die Nutzung der Tafeln an den Autobahnen rund um Halle und Leipzig wäre sicher sehr wirksam, denn wir würden täglich zehntausende Autofahrer erreichen."

Zurück