02.12.2016

Abwehr chemischer Gefahren

Erben: Leipzig gewinnt, Heyrothsberge verliert


In dieser Woche stellte das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die Analytische Task Force (ATF) bei der Feuerwehr Leipzig in Dienst. Die Spezialeinheit unterstützt im Auftrag des Bundes die Länder und Kommunen bei der Bewältigung von chemischen Gefahrenlagen. Sie kümmert sich insbesondere um Messungen und Gefahren, wenn gefährliche chemische Substanzen im Spiel sind. Solche Spezialeinheiten bestehen in der Bundesrepublik an sieben Standorten.

Bis vor drei Jahren war die ATF für Mitteldeutschland am Institut für Brand- und Katastrophenschutz (IBK) Heyrothsberge stationiert. Damals hat das Magdeburger Innenministerium den Vertrag mit dem BBK gekündigt. Zur Begründung wurde damals vorgetragen, man könne die notwendige Rufbereitschaft für die Angehörigen der ATF nicht mehr sicherstellen. Jetzt übernimmt die Leipziger Feuerwehr unter Mitwirkung von Berufsfeuerwehrleuten und Angehörigen von Freiwilligen Feuerwehren die Aufgaben der ATF für Mitteldeutschland.

Hierzu erklärt Rüdiger Erben, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt: "Mit der damaligen Absage an den Bund hat Sachsen-Anhalt viel Reputation eingebüßt. Die Mitarbeiter des IBK, die für die ATF tätig waren, verfügten über hervorragende wissenschaftliche Expertisen und haben bei ihren Einsätzen gezeigt, was sie können. Das wurde ohne Not aufgegeben. Ich habe damals gemahnt, das Ministerium hat sich anders entschieden und die ATF Heyrothsberge auf das Abstellgleis geschoben. Jetzt zeigt Leipzig, dass es auch anders geht. Dort hat man in Zusammenarbeit mit Freiwilligen Feuerwehren das erreicht, was in Heyrothsberge nicht gehen sollte. Leipzig gewinnt, Sachsen-Anhalt verliert. Schade!"

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