14.12.2016

Große Anfrage der SPD-Fraktion zum Waldbrandschutz

Barth: Wir brauchen einen Strategiewechsel zugunsten des Waldbrandschutzes


Der Landtag diskutiert zu Beginn seiner heutigen Sitzung über die Antwort der Landesregierung auf eine Große Anfrage der SPD-Fraktion zum Thema "Stand und Entwicklung des Waldbrandschutzes in Sachsen-Anhalt".

Jürgen Barth, der für Forsten zuständige Sprecher der SPD-Fraktion, erklärte in der Debatte: "Die Antworten auf die Große Anfrage zeigen, dass wir beim vorbeugenden Waldbrandschutz mehr tun müssen. Wir brauchen einen Strategiewechsel zugunsten des Waldbrandschutzes. Um optimal auf Waldbrände vorbereitet zu sein, müssen wir die Wege insbesondere auch im Nichtstaatswald für Lkw befahrbar halten – oder die Befahrbarkeit überhaupt erst wieder herstellen. Dringender Erneuerungsbedarf besteht bei den Löschwasserentnahmestellen. Hier muss zeitnah eine Bedarfserfassung über die Landkreise und kreisfreien Städte erfolgen, und wir müssen eine Verbesserung der heutigen Zustände erreichen. Das müssen wir mit den Waldeigentümern gemeinsam angehen. Ziel muss ein effektives Löschwassersystem aus Brunnen und Behältern sein. Dazu sind mit den Waldeigentümern entsprechende Verträge zu schließen."

Der innenpolitische Sprecher Rüdiger Erben erklärte: "Die fortschreitenden klimatischen Veränderungen hinterlassen ihre Spuren – auch in Form steigender Waldbrandgefahr. Deshalb müssen wir uns intensiver auf die Bekämpfung von Waldbränden vorbereiten. Dazu gehört insbesondere, dass die Feuerwehren optimal auf den Einsatz im Wald vorbereitet sind. Gerade in Waldbrandrisikogebieten wie der Altmark oder dem Jerichower Land müssen die Löschfahrzeuge geländegängig sein. Um im Falle von Waldbränden den Katastrophenfall möglichst zu vermeiden, sind zudem die Waldbrandschutzübungen zu aktivieren."

Beide sind sich darin einig, dass ein weiterer wichtiger Punkt die Öffentlichkeitsarbeit ist, um auf die steigende Gefahr von Waldbränden hinzuweisen. Der hohe Anteil von 76 Prozent Waldbränden, bei denen keine Ursachen bekannt ist, lässt vermuten, dass diese auch auf menschliche Fahrlässigkeit zurückzuführen sind. Deshalb muss verstärkt über die Gefährdung unserer Wälder durch Waldbrände informiert werden.

Hintergrund:

Die Waldbrandgefahr hat in den vergangenen Jahren durch die Klimaerwärmung deutlich zugenommen. Mit einer gemessenen Jahresdurchschnittstemperatur von über elf Grad Celsius am Flugplatz Magdeburg zählen die Jahre 2014 und 2015 zu den wärmsten Jahren seit Messbeginn. Mit zunehmender Temperatur und anhaltenden Trockenperioden steigt die Waldbrandgefahr erheblich. Im Jahr 2015 gab es in Sachsen-Anhalt insgesamt 86 Waldbrände. Auch in diesem Jahr musste in allen Landkreisen und kreisfreien Städten mindestens die Waldbrandgefahrenstufe 4 ausgerufen werden.

Die detaillierten Antworten auf 19 Fragen der SPD dokumentieren wir im Anhang.

Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage der SPD-Fraktion

Stand und Entwicklung des Waldbrandschutzes in Sachsen-Anhalt - Drs. 7/342 (552,4 KiB)

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