Lehrkräftebedarf
26. Juli 2017

Katja Pähle: Das neue Schuljahr wird zur Nagelprobe für die Schulpolitik der Koalition

„Die Landesregierung hat Ende Juni die einzig richtige Entscheidung getroffen: Die Kapazität für die Lehramtsausbildung an der Martin-Luther-Universität bleibt im Wintersemester 2017/18 auf dem bisherigen, erhöhten Niveau von 700 Studienplätzen. Es war gut, dass Bildungs- und Wissenschaftsminister an einem Strang gezogen und eine rechtzeitige Entscheidung im Kabinett für das Wintersemester möglich gemacht haben.“ Das erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Pähle heute zu Presseberichten über die Arbeit der Expertenkommission, die den langfristigen Lehrkräftebedarf in Sachsen-Anhalt ermitteln soll.

Dieser Beschluss könne das Expertenvotum nicht ersetzen, bekräftigte Pähle, die auch wissenschaftspolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist: „Wir haben im Landtag mit gutem Grund beschlossen, externen Sachverstand einzuholen. Den wollen wir auch nutzen.“ Der vom Bildungsministerium erstellte Berechnungsentwurf war nicht Gegenstand der Kabinettsberatung.

„Was wir nicht aus den Augen verlieren dürfen: Die Ausbildung neuer Lehrerinnen und Lehrer ist Zukunftsvorsorge. Wer jetzt ein Studium beginnt, wird 2021 Referendarin oder Referendar und steht erst 2023 voll ausgebildet vor der Klasse. Zur Nagelprobe für die Schulpolitik der Koalition wird aber die Frage, wie das im nächsten Monat beginnende neue Schuljahr und die folgenden Jahre gemeistert werden“, so Pähle weiter. Kurzfristig gehe es darum, ob alle geplanten Stellenbesetzungen klappen und ob die sogenannten effizienzsteigernden Maßnahmen Akzeptanz an den Schulen finden. Pähle: „Und dann müssen echte Schritte hin zu der verabredeten Unterrichtsversorgung von 103 Prozent folgen. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte können darauf nicht bis 2023 warten.“