21.06.2018

Landtag diskutiert über Ganztagsschulerlass

Kolb-Janssen: Ganztagsschulen nicht abbauen!


Der Landtag von Sachsen-Anhalt diskutiert am heutigen Donnerstag über die Zukunft der Ganztagsschulen. "Wenn der Bund einen Rechtsanspruch für Grundschüler einführt, zwei Milliarden Euro in den Ausbau der Ganztagsschulen investiert und dafür das Kooperationsverbot aufhebt, dann sollte Sachsen-Anhalt nicht den gegenteiligen Weg gehen und Ganztagsschulangebote abbauen", sagte in der Debatte die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Angela Kolb-Janssen.

Das Bildungsministerium plant zum Schuljahr 2019/20 eine Veränderung des Ganztagsschulerlasses. Neben den bisherigen Formen der offenen und der gebundenen Ganztagsschule soll eine neue Form eingeführt werden, die "Schule mit Ganztagsangebot", die keine weitere Zuweisung von Lehrerwochenstunden erhält und ausschließlich über die Möglichkeit verfügt, externe Angebote "einzukaufen". Kolb-Janssen: "Dieses neue Modell ist eine Mogelpackung, denn es steht Ganztagsschule drauf, obwohl sie nicht drin ist – weil pädagogische Konzepte, die den Erfolg von Ganztagsschule ausmachen, aufgrund von Kürzungen nicht mehr umgesetzt werden können. Schon jetzt fließen viele Haushaltsmittel nicht ab, da die entsprechenden Angebote fehlen und das Abrechnungsverfahren zu kompliziert ist."

Im Erlass ist vorgesehen, die Priorisierung der gebundenen Ganztagsbetreuung aufzuheben und die Zuweisung von Stunden für die Lehrerinnen und Lehrer, die sich bei den Ganztagsangeboten engagieren, zu kürzen. "Die Einsparung von Lehrerwochenstunden dürfte sich in Grenzen halten und die Unterrichtsversorgung im Land dadurch nicht wesentlich verbessern. Auf der anderen Seite werden mühsam aufgebaute Angebote, die die Chancengerechtigkeit verbessern, kaputtgemacht", so Kolb-Janssen weiter.

Die SPD-Landtagsfraktion fordert die Überarbeitung des Erlasses. Im Sinne eines guten Ganztagsschulangebotes dürfen Lehrerinnen und Lehrer nicht nur vormittags den „normalen“ Unterricht ableisten, sondern sollen den Schülerinnen und Schülern auch nachmittags in anderen Unterrichtsformen begegnen, ihre Stärken und Schwächen erkennen, um sie entsprechend individuell fördern können.

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