19.12.2018

Aktuelle Debatte

Pähle: Wir brauchen die Schulgeldfreiheit – für die Fachkräftesicherung und für mehr Anerkennung


Am heutigen Mittwoch hat der Landtag von Sachsen-Anhalt auf Antrag der SPD-Fraktion eine Aktuelle Debatte zum Thema "Schulgeldfreiheit für Erzieher- und Gesundheitsberufe - neue Wege in der beruflichen Bildung" durchgeführt. Katja Pähle, Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion, äußerte dazu:

Bei den gesellschaftlich wichtigen Gesundheits- und Sozialberufen ist jedes Hemmnis, das dazu führt, dass Interessenten die Ausbildung nicht aufnehmen und andere Wege gehen, ein Hemmnis zu viel. Ganz oben steht dabei das Schulgeld. Dass junge Menschen, statt eine Ausbildungsvergütung zu bekommen, auch noch Geld mitbringen müssen, ist ein schwerer Nachteil für die Fachkräftesicherung im Land.

Nach der Abschaffung des Schulgeldes in der Altenpflege, die wir im Sommer mit der Änderung des Schulgesetzes bereits beschlossen haben, muss deshalb die Schulgeldfreiheit für alle Gesundheitsfachberufe sowie für Erzieherinnen und Erzieher kommen. Wir sollten deshalb dem jüngsten Beispiel von Niedersachsen folgen und mit dem Doppelhaushalt 2020/21 die Voraussetzungen für die Schulgeldfreiheit schaffen.

Wenn wir Erzieher- und Gesundheitsberufe attraktiver gestalten und junge, gut ausgebildete Leute auch in unserem Land halten wollen, braucht es aber noch mehr. Im Mittelpunkt muss dabei aus meiner Sicht eine größere Praxisnähe und damit in der Konsequenz eine Dualisierung der Erzieherinnenausbildung stehen, die dann auch vergütet werden muss. Und weil der Druck so hoch ist, den Fachkräftebedarf zu decken, sollten wir meines Erachtens die Praxisorientierung soweit möglich auch mit einer Verkürzung der Ausbildungsdauer verbinden. Denn wer zum nächsten Ausbildungsjahr beginnt, steht erst im Herbst 2024 als Erzieherin oder Erzieher zur Verfügung. Um hier voranzukommen, lohnt sich ein intensiver Dialog mit der Kultusministerkonferenz und insbesondere die Auswertung der Erfahrungen mit der vierjährigen praxisintegrierten Ausbildung in Baden-Württemberg und mit unserem dreijährigen Modellversuch in Sachsen-Anhalt.

Pähle begrüßte die gestern von Bundesministerin Franziska Giffey (SPD) vorgestellte Fachkräfteoffensive zur Attraktivitätssteigerung der Erzieherinnenausbildung. Die Bundesländer sollen 300 Millionen Euro unter anderem erhalten, um kommenden Ausbildungsjahrgängen eine Vergütung zu zahlen. Pähle: Das ist genau zur richtigen Zeit der Einstieg in eine Abschaffung des Schulgeldes und eine Vergütung dieser Ausbildung!

Zurück