31.01.2019

Landtag diskutiert Ausbildung für Erzieher- und Gesundheitsberufe

Späthe: Schulgeldfreiheit ist eine Frage der Gerechtigkeit


Der Landtag diskutierte in seiner Sitzung am heutigen Donnerstag über die Schulgeldfreiheit für Erzieher- und Gesundheitsberufe. Das Schulgeld für die Erzieher- und Gesundheitsberufe so schnell wie möglich abzuschaffen, ist eine Frage der Gerechtigkeit. In Zeiten des Fachkräftemangels ist es jungen Menschen nur noch schwer verständlich zu machen, warum sie für ihre Ausbildung zahlen sollen und keine Vergütung erhalten, so Verena Späthe, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. Auf Antrag der Koalitionsfraktionen fasste der Landtag heute einen entsprechenden Beschluss.

Auf Initiative der SPD wurde bereits das Schulgeld in der Altenpflege ab dem Schuljahr 2018/19 abgeschafft. Jetzt sollen die anderen Gesundheitsfachberufe sowie die Ausbildung als Erzieherin oder Erzieher bald folgen. Die SPD wird sich im Rahmen der bald beginnenden Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2020/21 dafür einsetzen. Dafür könnten Mittel aus dem "Gute-Kita-Gesetz" des Bundes für die Schulgeldfreiheit für Erzieherinnen und Erzieher im Land und für ein Quereinsteigerprogramm zur Verfügung stehen.

Mit der Schulgeldfreiheit für diese Berufe allein ist es aber nicht getan, denn daneben müssen die Ausbildungen reformiert, deren Inhalte überarbeitet und eine Ausbildungsvergütung gezahlt werden. Hier ist die Zusammenarbeit verschiedener Ressorts gefordert, das schnell umzusetzen. Wir müssen die Voraussetzungen in diesem Jahr legen, damit die ersten ihre schulgeldfreien Ausbildungen bald starten können, so Verena Späthe.

 

Hintergrund:

In Sachsen-Anhalt wird für folgende Ausbildungsberufe Schulgeld verlangt: Diätassistenz, Ergotherapie, Physiotherapie, Masseurin und medizinischer Bademeister, pharmazeutisch-technische Assistenz, medizinische-technische Assistenz, medizinisch-technische Laborassistenz, medizinisch-technische Assistenz für Funktionsdiagnostik und Logopädie sowie für Erzieherinnen und Erzieher, Sozialassistentinnen und -assistenten sowie Kinderpflegerinnen und -pfleger. Pro Schuljahr beginnen rund 1.600 Schülerinnen und Schüler eine Ausbildung im Gesundheitsbereich. Das Schulgeld reicht von ca. 48 Euro bis zu 395 Euro pro Monat.

Mit der Schulgeldfreiheit sollte eine tarifliche Ausbildungsvergütung einhergehen, um die Berufe attraktiver zu machen und damit mehr Auszubildende gewinnen zu können.

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