04.04.2019

Landesregierung bringt Landarztgesetz ein

Kolb-Janssen: Landarztquote ist der richtige Weg


Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) hat für die Landesregierung heute den Entwurf des Landarztgesetzes in den Landtag von Sachsen-Anhalt eingebracht. In der Debatte erklärte die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Angela Kolb-Janssen: Wenn wir den Menschen in den Dörfern und im ländlichen Raum auch in Zukunft ein attraktives Umfeld bieten wollen, müssen wir die medizinische Versorgung sichern. Dazu gehört, dass dort Ärztinnen und Ärzte praktizieren, die für die Bürgerinnen und Bürger auch erreichbar sind. Der Gesetzentwurf der Landesregierung ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum.

Der Gesetzentwurf, der im Sozialausschuss und im Wissenschaftsausschuss des Landtages weiter beraten wird, sieht vor, dass ab dem Wintersemester 2020/21 von 400 Medizinstudienplätzen in Halle und Magdeburg 20 für zukünftige Landärzte reserviert werden. Die Studierenden verpflichten sich, sich nach ihrer Facharztausbildung für zehn Jahre in einer unterversorgten Region niederzulassen. Das Auswahlverfahren übernimmt die Kassenärztliche Vereinigung. Dabei werden nicht nur die Abiturnote, sondern auch persönliche Eignung, Motivation und mögliche Vorerfahrungen berücksichtigt.

Neben dem Aufbau von medizinischen Versorgungszentren, den Stipendien für Medizinstudentinnen und -studenten und deren Verpflichtung, als Allgemeinmediziner zu arbeiten, den Allgemeinmedizinerklassen an der Universität in Halle und den praktischen Studienzeiten in Landarztpraxen sowie der Unterstützung der Kommunen gibt es nun einen weiteren Baustein, um dem Ärztemangel auf dem Land wirksam zu begegnen, so Kolb-Janssen.

Hintergrund:

Nach Zahlen der Kassenärztlichen Vereinigung werden im Jahr 2032 landesweit 262 Allgemeinmediziner fehlen. Derzeit ist fast jeder sechste Hausarzt älter als 65 Jahre. Auch wenn die Anzahl der berufstätigen Mediziner in Sachsen-Anhalt im Jahr 2108 gegenüber dem Vorjahr von 9.300 auf 9.436 gestiegen ist, ändert dies kaum etwas am Bedarf, denn viele Medizinerinnen und Mediziner arbeiten in Teilzeit oder sind im Angestelltenverhältnis in den Kliniken tätig. Oftmals schrecken Arbeitsbedingungen und das finanzielle Risiko einer eigenen Praxis junge Ärztinnen und Ärzte ab.

 

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