20.06.2019

Land soll Förderprogramm auflegen

Grube: Die Wiederentdeckung des Lastenfahrrades kann Innenstädte massiv entlasten


Der Landtag hat heute auf Antrag der Koalitionsfraktionen beschlossen, mit dem Doppelhaushalt 2020/21 ein Programm für die Förderung von Lastenfahrrädern aufzulegen. Danach soll der Erwerb von Lastenrädern mit bis zu 50 Prozent, maximal mit 1.500 Euro unterstützt werden. Insgesamt sollen 300.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Dazu erklärte Falko Grube, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion:

 

Wir begrüßen das Programm ausdrücklich. Gerade in den dicht besiedelten Städten ist das Fahrrad eine umweltfreundliche und zeitsparende Alternative zum Auto. Auf dem Radweg gibt es selten Stau. Es muss auch nicht in zweiter Reihe parken und damit selbst zum Stauauslöser werden. Es kann in der Regel direkt an den Briefkasten oder die Haustür fahren. Bequemer und effektiver kann man kleinere Güter auf der berühmten letzten Meile kaum an den Mann oder die Frau bringen. Als Faustregel gilt: Je dichter besiedelt ein Gebiet ist, umso größer ist der Effekt.

Das Lastenrad ist keine Neuerfindung, sondern eine Wiederentdeckung. Es wurde Mitte des 20. Jahrhunderts durch den Siegeszug des Autos fast verdrängt. Heute geht es nicht um die Verdrängung des Autos, sondern um einen vernünftigen Verkehrsmix. Denn es ist überhaupt nicht sinnvoll, Abgase für einen Warenlieferung zu produzieren, wenn sie emissionsfrei und auch schneller ausgeführt werden könnte. Und es ist überhaupt nicht sinnvoll, Straßen weiter zu verstopfen, wenn man auch den freien Fahrradweg nutzen könnte.

Studien bescheinigen dem Lastenfahrrad ein erhebliches Potential. Danach könnten 51 Prozent aller motorisierten Transporte in europäischen Städten auf Fahrräder, Radanhänger oder Lastenräder verlagert werden, da sie eine Streckenlänge von unter sieben Kilometern und ein Gewicht von weniger als 200 Kilogramm haben. Dabei reden wir von Potentialen – eingerechnet werden müssen natürlich auch noch andere Faktoren wie etwa der Zustand der Radwege und das Wetter. Aber selbst wenn nicht 51 Prozent umgesetzt werden können, sondern 25, 20 oder auch nur zehn Prozent, wäre für alle etwas gewonnen. Mehr Platz auf der Straße, bessere Luft und strammere Waden – bei dem Wetter sind alle drei erstrebenswert.

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