09.07.2020

Landtagsdebatte über Arbeitsbedingungen und Tierwohl

Steppuhn fordert allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für Fleischindustrie


Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat am heutigen Donnerstag in einer Aktuellen Debatte über Arbeitsbedingungen und Tierwohl in der Fleischindustrie diskutiert. Der stellvertretende Vorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Andreas Steppuhn, forderte in der Debatte allgemeinverbindliche Tarifverträge, die gute und faire Arbeit sicherstellen. Allein die Ankündigung von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, Werkverträge und Leiharbeit durch Gesetz abzuschaffen, hat dazu geführt, dass die Firma Tönnies für diesen Fall die Direktanstellung der Arbeiterinnen und Arbeiter angekündigt hat, so Steppuhn. Ein echtes Signal wäre es aber nur, wenn das Unternehmen das schon jetzt und von sich aus tun würde. Eine funktionierende Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten wäre der erste Schritt. Bis jetzt erleben wir nur das Gegenteil.

 

Steppuhn unterstrich, dass in der Fleischindustrie harte, belastende Arbeit getan wird: Wenn wir ehrlich sind, machen die Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen europäischen Ländern dort eine Arbeit, die Deutsche oft nicht machen wollen. An den Standorten geht es deshalb auch um faire Migration und die Integration von Menschen aus Osteuropa, die vielfach schon über Jahre dort arbeiten und leben und teilweise auch ihre Familien mitgebracht haben. Oft gehen ihre Kinder hier in die Schule. Mit fairer Arbeit und Unterbringung können wir hier auch zu einer besseren Integration kommen. Diese Menschen gehören zu Deutschland und zu Sachsen-Anhalt.

 

Auch zum Tierwohl äußerte sich Steppuhn: Ja, es stört mich auch, wenn ich die Bilder aus den Fleischfabriken sehe. Der Gipfel ist, wenn die Fleischkonzerne jetzt noch von den Bauern fordern, die schlachtreifen Tiere 'just in time' und nach Bedarf zu liefern. Erst gestern hat der MDR eine Umfrage veröffentlicht, dass die Mehrheit für mehr Tierwohl und für bessere Arbeitsbedingungen mehr Geld ausgeben würde. Sage also keiner, dass es den Verbraucherinnen und Verbrauchern nur um billiges Fleisch geht. Deshalb sollte sich die Fleischindustrie dieser Nachfrage stellen.

Zurück