14.05.2020

Andreas Steppuhn: Plädoyer für verstärkte Kontrollen und Covid-19-Tests

Arbeits- und Lebensbedingungen von ErntehelferInnen und Beschäftigten in der Fleischindustrie verbessern


Die SPD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt spricht sich dafür aus, die Arbeits- und Lebensbedingungen von ausländischen Erntehelferinnen und Erntehelfern sowie von  Beschäftigten in der Fleischindustrie erheblich zu verbessern. "Die aktuelle Corona-Krise macht für die Öffentlichkeit Missstände sichtbar, die wir seit langem beklagen", so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und arbeitsmarktpolitische Sprecher, Andreas Steppuhn. So belegen Berichte der zuständigen Industriegewerkschaft Bauen–Agrar–Umwelt (IG BAU), dass bei der Unterbringung und Hygiene von Erntehelferinnen und Erntehelfern teilweise katastrophale Bedingungen herrschen.

Andreas Steppuhn: "Im Zusammenhang mit der aktuellen Infektionsgefahr durch das Corona-Virus müssen die Behörden in diesen beiden Bereichen der Lebensmittelproduktion besonders auf den Gesundheitsschutz achten. Die geplanten Tests sind deshalb der richtige Schritt. Allerdings darf es hierbei nicht bleiben. Ziel muss es sein, sowohl die Unterbringungs- als auch die Arbeitsbedingungen für die Zukunft zu verbessern. Hierzu gehören faire Löhne genauso wie die Einhaltung der in Deutschland geltenden Arbeitsschutzbestimmungen und menschenwürdige Wohnverhältnisse. Mit der Unterbringung in Baracken mit Mehrbettzimmern und Scheunen muss endlich Schluss sein. Oft werden Saisonarbeiterinnen und -arbeitern dafür noch hohe Mieten vom kargen Mindestlohn abgezogen."

Steppuhn begrüßte, dass nach den bekanntgewordenen Covid-19-Fällen in Coesfeld und anderswo jetzt genauer hingeschaut werde. "Ich bin mir sicher, dass das auch im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher ist. Wer will schon billige Lebensmittel essen, wenn das auf Kosten der Hygiene und der Gesundheit der Beschäftigen geht?" Deshalb sei es unabdingbar, die Personalausstattung der zuständigen Behörden und die Kontrolldichte zu erhöhen.

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