22.05.2021

Kritik an Krankenkassen-Vorschlag

Erben: Diskussion um Leitstellen lenkt von den eigentlichen Problemen im Rettungsdienst ab


Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet heute darüber, dass die Barmer Ersatzkasse eine Abschaffung der bisherigen integrierten Kreisleitstellen in Sachsen-Anhalt fordert und stattdessen die Einrichtung von drei Großleitstellen vorschlägt. Begründet wird dies unter anderem damit, dass diese Großstrukturen dazu führen würden, dass die seit Jahren nicht eingehaltenen gesetzlichen Hilfsfristen von zwölf Minuten im Rettungsdienst besser erreicht werden könnten.

 

Rüdiger Erben, innenpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, erklärt dazu: „Die Forderung der Krankenkassen ist ein alter Hut. Vor über 15 Jahren hatten CDU und FDP die Bildung von Großleitstellen ins Gesetz geschrieben. Aus guten Gründen wurde der schwarz-gelbe Irrweg anschließend wieder verlassen. Das Prinzip der integrierten Kreisleitstelle für Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz ist richtig und bleibt richtig. Die Nichteinhaltung der gesetzlichen Hilfsfristen hat andere Gründe. Der in weiten Teilen des Landes unzureichende Hausbesuchsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung führt einerseits zu zahlreichen Einsätzen, die keine Notfalleinsätze sind. Anderseits scheitern ein bedarfsgerechtes Netz an Rettungswachen und die notwendige Zahl an Rettungswagen immer wieder am Widerstand der Krankenkassen als Kostenträger. Die Diskussion über die Zahl der Leitstellen lenkt vom eigentlichen Problem ab.“

Zurück